November 2004


JAZZFEST BERLIN

Sa
06

00:00
Palais
mehr Infos unter: http://www.jazzfest-berlin.de Yakou Tribe „Nachtlicht“ernde Gestalten treiben sich in Berlin herum! Ein anglophiler Japaner muß sie gehört und ihnen anschließend aufgelauert haben. Deshalb heißt es Yakou Tribe, das Berliner Quartett, Erstes unter Gleichen, ein Markenartikel schon nach dem zweiten Album, nach Road Works, jetzt Red And Blue Days. Merkwürdig, dass es immer die Tonträger sind, die Zeugnis ablegen sollen. Dabei geht es hier um live gespielten, urbanen Jazz. Berlin ist ihr Thema: „…hier müssen wir uns auf keinen bestimmten Sound festlegen, schillernde Vielfalt und wache Offenheit bieten Raum für Kreativität. Zwischen Swing und Avantgarde, Country und Rock fühlt man sich niemals eingeengt und findet immer wieder neue Ausdrucksmöglichkeiten“, findet Jan von Klewitz (Jg 64, Alt). Und Stromgitarrist Kai Brückner bewegt sich im Spannungsfeld „urbanerer Passagen“, ein kaum kaschierter Euphemismus für: „Hier laߒ ich die Sau raus“ und „balladesker Stücke“, die eher nach Yakouhaku klingen, Nachtlichtweiß, eine wunderschöne Pfingstrose. Armenian Navy Band Arto Tuncboyaciyans Musik ist durchflutet von den Klängen aus der armenischen und anatolischen Tradition, die mit Elementen verschiedenster musikalischer Richtungen verschmolzen werden. Geboren in der Nähe von Istanbul emigrierte er Anfang der Achtziger in die USA um bei den Ethno-Jazz-Pionieren Oregon, Paul Winters Earth Band, Al DiMeolas World Sinfonia, Night Ark sowie Joe Zawinul verschiedene Kombinationen von Folklore und Jazz zu erproben. Im neuen Jahrtausend kehrte er zu seinen Wurzeln nach Eriwan zurück, wo er inzwischen seinen eigenen Club eröffnet hat. Dort realisiert er mit der Armenian Navy Band auch sein eigenes Modell von „Avantgarde Folk“. Das Navy-Logo steht dabei keineswegs für Seemannslieder – Armenien hat keinen direkten Zugang zum Meer – sondern für genau jenen Aspekt des unter Beibehaltung der eigenen Tradition in die Ferne Schweifens. Tuncboyaciyan liebt es, dick und farbenprächtig aufzutragen, in märchenhaften Kategorien zu träumen, um darin einer nie endenden Hoffnung für eine friedfertige Zukunft Ausdruck zu geben.
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